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Geschichte

Geschichte

Okzitanien

Die Katharer
Im Hinterland vom Languedoc findet man mehrere alte Burgen, die auf extremsten Lagen erbaut wurden. Monumente aus vergangener Zeit; die Rückzugs-festungen der Katharer, von denen Carcassonne das imposanteste und am besten erhaltene Wahrzeichen dieser Kultur ist. Katharer glaubten im christlichen Sinn und lebten nach der Bibel. Allerdings legten sie viele Details der Bibel anders aus, als dies die katholische Kirche tat. Ihre Bescheidenheit und die hohe ethische Grundhaltung erfreuten sich im Mittelalter grosser Beliebtheit. Um das Wachstum dieses Glaubens zu stoppen, rief der Papst den Kreuzzug gegen die Albigenser aus, der letzte Katharer wurde 1321 in Villerouge-Termenès in den östlichen Corbières auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Okzitanien
Die Namen einiger Orte, Weingüter und Weine werden Ihnen ziemlich „unfranzösisch“ vorkommen. In solchen Namen hat sich die alte Sprache Südfrankreichs, das Okzitanische, erhalten. Im Mittelalter war die „langue d’oc“ (nach dem Wort Oc für ‚ja’) noch die Sprache der Troubadours und damit eine der grossen europäischen Kultursprachen. Im 19. Jahrhundert wurde sie noch von Bordeaux bis Nizza gesprochen, aber heute leider nur noch auf dem Land, von der älteren Generation. Sprachlich ist das Okzitanische durch die geographische Lage geprägt: Es erscheint wie eine Mischung aus Französisch, Italienisch und Katalanisch. Das „Languedocien“ ist der zentrale Dialekt der okzitanischen Sprache. Textbeispiel: „Aviu daissat sa veitura al darrier contorn de la rota, et ara, dreit e mut come una peira de la garrigue, l'òme regardava son pais.“ (Er hatte sein Auto an der letzten Kurve der Strasse abgestellt, und jetzt, aufrecht und stumm wie ein Stein der Garrigue, schaute der Mann über sein Land. – (Auf einer Schallplatte des okzitanischen Liedermachers Claudi Marti)