Piétri Géraud

Piétri Géraud Banyuls Joseph-Géraud

Frankreich Süsswein, Alkoholgehalt: 17%
Piétri Géraud Banyuls Joseph-Géraud
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Spezielles
90% Grenache Noir und Grenache Gris, 10% Carignan. Die Stöcke sind zwischen 40 + 100 Jahre alt. Der Wein wird während 3 Wochen mazeriert und dann sehr sanft gepresst. Während einem Jahr bleibt der Wein in Betontanks auf der Feinhefe gelagert. Anschliessend verbringen 90% des Weins 6 Jahre in grossen Holzfässern und 10% des Weins kommen für 6 Jahre in Barriques-Fässer.

Degustation

Die Farbe ist dunkel, mit braunen Reflexen. In der Nase zeigt der Wein Röstnoten, Nussaromen, Tabak, Pflaumen und Kakao. Am Gaumen nimmt man zuerst Aromen von getrockneten Früchten wahr, gefolgt von Nuss-, Kaffee- und Schokoladennoten. Ein Banyuls der Grosszügigkeit und Feststimmung verbreitet. Die Tannine sind fein, sorgen aber trotzdem für etwas Frische, die den Wein wunderschöne ausbalanciert. Im Finale nimmt man ein sehr dezentes Holzaroma wahr, welches die Aromen von Tabak, Nüssen und Schokolade wunderschön umrahmt.

Fakten zum Wein

Rebsorten:
Grenache
Region:
Roussillion, AOP Banyuls
Serviervorschlag:
Fruchtige Dessert, Süsse Dessert, Käse
Weinstil:
Banyuls

Wie schmeckt dieser Wein?

Leicht
Kräftig
Weich
Säurehaltig
Trocken
Süss

Domaine Piétri Géraud

Das Weingut Piétri Géraud existiert seit Ende des 19. Jahrhunderts.  Zwei Frauen betreiben das Weingut. Maguy Piétri-Géraud und ihre Tochter, Laetitia. Laetitia führt das Gut bereits in der 5. Generation. 20 Hektaren schönster Reben (16.5 Hektaren davon an den Steilhänden von Collioure) gehören zum Weingut, das sich mitten im malerischen Städtchen Collioure befindet. 

Auf steilen Schieferterrassen wachsen die alten Stöcke und bringen Jahr für Jahr, ganz wenige Trauben in aller höchster Qualität hervor. Ein hartes und unwirtschaftliches Terroir – der Winzer muss sich hier dem Terroir anpassen, nicht umgekehrt. Es verbleiben Ernteerträge von höchstens 22 hl / ha, was in anderen Regionen ein Desaster wäre. Die Frauen der Familie Géraud gelten als Kämpferinnen. Einerseits arbeiten sie in den steilen Weinterrassen und andererseits befindet sich ihr Weingut im sehr touristischen Ausflugsstädtchen Collioure. Genauer gesagt, mitten drin. Die Fussgängersträsschen müssen gesperrt werden, wenn sie am Ernten ist. 

Das Weingut befindet sich in einem mittelalterlichen Haus und erstreckt sich über drei Etagen. Auch hier scheut Laetitia Géraud keine Mühe….. Aber mit grosser Liebe wird das Weingut gepflegt. Jeder Tank wurde schön säuberlich von Laetitia bemalt und die Weine werden zu 100% von Hand gemacht. Eine echte Passion, die sich so heute eigentlich nicht mehr rentiert. Weshalb Piétri Géraud auch als Überbleibsel aus alter Zeit gilt. Belohnt wird Laetitia für ihre extreme Arbeit mit höchsten Auszeichnungen verschiedenster Weinbewerter wie dem Guide Hachette, Dussert-Gerber, Bettan & Dessauve, usw. Fast könnte man das Weingut als Kulturgut bezeichnen, denn die meisten Mitstreiter von Laetita haben aufgegeben und die Rebparzellen an den schönsten Lagen als Bauland verkauft und so ihr Einkommen gesichert. Sie kämpft weiter und wir werden sie unterstützen so, dass es auch in vielen Jahren noch echte Banyuls geben wird.

Region Banyuls 

Vorab: Es gibt nicht mehr viele kleine Banyuls Produzenten. Immerhin befinden sich Ihre Reben an den schönsten Lagen des Mittelmeers. Da die Weine kein grosses Prestige haben, werden vielfach mit den Preisen nicht einmal die Produktionskosten gedeckt. Somit haben sich viele Produzenten entschieden, die Reben als Bauland zu verkaufen. Somit zieren leider immer mehr Touristenvillen die Pyrenäen-Abhänge anstatt Banyuls-Reben. Banyuls – ein wohlklingender Name in der Weinwelt, unterdessen jedoch eine Rarität. Das AOP Banyuls wurde 1936 als Süssweinappellation an der wunderschönen Côte Vermeille gegründet. Es gibt Banyuls als Rot- Rosé oder Weisswein. Je nach dem als Rancio (oxidativ) oder nicht oxidativ ausgebaut. Der Mindestrestzuckergehalt muss mindestens bei 252 g/L liegen. Geographisch gesehen ist das AOP Banyuls deckungsgleich mit dem AOP Colliour, welches für trockene Weine steht. Die extrem steilen, terrassierten Hänge, an denen die Rebstöcke auf ihre Art überleben, gehören zu den eindrücklichsten Rebflächen der ganzen Welt. Das Gelände ist steinig, steil und sehr karg. Die Arbeit hier ist sehr, sehr hart. Belohnt wird die harte Arbeit in dieser unwirtschaftlichen Landschaft mit alten, gesunden Rebstöcken, die zwar kleine Erträge, aber höchste Qualitäten wachsen lassen. Nirgends scheint die Redewendung: Die besten Weine bringen Rebstöcke die Kämpfen müssen, mehr zu bewahrheiten, als hier in Banyuls. Hier ist es üblich, auf derselben Parzelle mehrere verschiedene Rebsorten zu pflanzen (vor allem die drei Grenache-Sorten) und diese dann auch gemischt, gleichzeitig im Tank zu vergären. Dies bringt dem Banyuls etwas mehr frische, als wenn 100% Grenache Noir im Wein wären. Traditionell war der Banyuls, wie der Tuilé Rancio, ein oxidierter Süsswein, der in Barrique-Fässern im Freien lagerte und anschliessend in Glasballons an der Sonne verblieb. Diese Art Banyuls gibt es noch ganz selten, da dies zu aufwendig ist und die Preise nicht bezahlt werden. Die meisten Banyuls werden heute nicht mehr oxidativ ausgebaut. Die höchstwertigen Banyuls werden als Rimage angeboten. Diese bestehen jeweils aus einem Jahrgang und Rimage darf nur in den besten Jahren hergestellt werden. (Sehr ähnlich wie Jahrgangsportweine).